Festival Fr

Freitag

Herzlich Willkommen zu PROSANOVA2020. Wir freuen uns sehr, dass ihr dieses digitale Festival gemeinsam mit uns erlebt.

Über die Tagesübersicht kommt ihr zu den einzelnen Veranstaltungen. Die Zeitangaben des Timetables sind vor allem für die Startzeiten wichtig: Ab diesem Zeitpunkt erscheinen die Inhalte der einzelnen Formate auf euren Bildschirmen und sind von da an bis zum Ende des Festivals verfügbar. Ihr braucht für jede Veranstaltung das Passwort, das ihr heute Morgen von uns bekommen habt. Damit habt ihr auch Zugriff auf alle Formate von Donnerstag.

Fühlt euch frei, euch bei Fragen und Anmerkungen jederzeit an uns zu wenden. Wenn ihr Hilfe oder Unterstützung während des Festivals braucht findet ihr alle Infos dazu auf unserer awareness Seite.

10:00 – 11:00 Frühstückssendung

Das Format "Frühstückssendung" findet am Samstag leider nicht statt. Nach technischen Schwierigkeiten sowie externen Hinweisen und Feedback von Besucher*innen haben wir uns dazu entschieden, das Format heute ausfallen zu lassen.
Wir bitten um Verständnis und verweisen bei konkreten Nachfragen auf feedback@prosanova.net.

11:00 – 11:15 Are You Feeling Better Now? – A guided meditation [english]

Weil es im tagtäglichen Leben manchmal schwer fallen kann, runterzufahren und zu sich selbst zu finden, bieten Norwin Tharayil und Jascha Dormann an zwei Festival-Tagen eine Morgenmeditation an. Schnappt euch eure Kopfhörer, diese Achtsamkeitsübung ist ein Trip!

●◎ mit Norwin Tharayil, Jascha Dormann ◎●

11:00 – 11:15 Telegram Challenge

Für das Communitygefühl versammelten wir uns während des Festivals auf Telegram und luden ein zur literarischen Intervention auf der Selbstisolationsstation: im Supermarkt, der WG oder beim Spazieren gehen versuchen wir ein bisschen Poetik zu verbreiten. Schön, dass ihr dabei wart. #IdareyouPROSANOVA

11:15 – 11:45 Ice Zeit

In der nahen Zukunft von Ice Cream Star ist alles anders. Niemand spricht mehr Staatssprachen. Alle Weißen sind ausgestorben. Die Schwarzen werden seit der Pandemie höchstens 18 Jahre alt. Ice Cream, die mit 15 schon zu den Ältesten gehört, beginnt ihre Reise durch die Trümmer Nordamerikas, auf der Suche nach einem Heilmittel für die pandemische Krankheit. Wir hören Ice Cream zu, wie sie von menschlicher Kälte, hitzigen Streits und heißen Situationen erzählt. Dabei hilft uns nur: Eis.

●◎ Lesung und Übersetzung: Milena Adam, englischsprachiges Original: Sandra Newman ◎●

11:15 – 12:00 Workshop: Buchbinden (I)

Die "Werkstatt: Buchbinden" lädt ein, mithilfe eines Online-Tutorials ein Notizbuch zu binden. Das Notizbuch binden wir mit einer kunstvollen Flechtbindung, die auf dem Buchrücken zu sehen ist, die Gestaltung des Softcovers bleibt euch überlassen.
Das benötigte Material schicken wir in einem kleinen Buchbinde-Set direkt zu euch nach Hause. Teilnehmer*innen erhalten den Zugang per E-Mail.

●◎ mit Beatrix Rinke ◎●

11:45 – 12:15 Nächster Halt: München

Nächster Halt: München. Dana von Suffrin nimmt uns per Google Streetview auf eine Fahrt durch ihren Wohnsitz. Sie führt uns vorbei am Krankenhaus, Reihenhaussiedlungen und der Synagoge, immer auf den Spuren der Schwestern Timna und Babi und ihrem starrköpfigen Vater, der zum Pflegefall geworden ist. Neben Orten aus ihrem Roman sucht Dana von Suffrin auch andere Ecken auf uns lässt eigene Anekdoten miteinfließen.

●◎ mit Dana von Suffrin ◎●

12:00 – 12:15 Sisipha

Um Raphaela Edelbauers Aufmerksamkeit konkurrieren gleichermaßen ihr Schreibtisch, an dem sie einen Roman nach dem anderen aus den Fingern zu schütteln scheint, und ihr Fitnessstudio, in dem ihre Muckis ins schier Unendliche zu wachsen scheinen. In diesem Format hören wir Raphaela erstmals aus ihrem neuen Roman lesen, von den Rechercheprozessen hinter ihren Büchern erzählen und sie zeigt uns, wie man zu einer Sisipha wird.

●◎ mit Raphaela Edelbauer ◎●

12:15 – 12:45 Kieferortografin

Corinna T. Sievers arbeitet zu 70 % als Kieferorthopädin und zu 30 % als Autorin. Sie wird häufig mit ihren Figuren verwechselt, dies umgeht sie in ihrem neuen Romanprojekt mit einem mittelalten Chirurgen als Protagonisten. Mit Mundschutz und Handschuhen liest sie Ausschnitte und spricht über das Vermessen von Schönheit. Im Format „Standbeine“ wollen wir die Berufe, in denen unsere Autor*innen ihr täglich Brot verdienen, auf die Bühne holen.

●◎ mit Corinna T. Sievers ◎●

12:30 – 13:00 Nicht wie ihr

„Als Ivo jung war, gab es nur einen Ort: ihn selbst. Alles andere, der Fußball, Brügge, London, Hamburg, die Clubs, Autos und Restaurants, waren nur Kulissen, die hinter ihm vorbeigetragen wurden, aber er war der Mittelpunkt, die Sonne, um die sich alles dreht.“ Tonio Schachingers Debütroman Nicht wie ihr über Ivo, die Midlifecrisis am Anfang des Lebens und die Frage nach Zugehörigkeiten wurde 2019 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

●◎ mit Tonio Schachinger ◎●

Pause

14:00 – 14:30 Hawaii

Es sind die heißesten Tage im Jahr, die Hundstage, und Kemal, ehemals Fußballstar, muss sich entscheiden, wie es weitergehen kann. In Cihan Acars Debütroman Hawaii geht es um das Dazugehören, um die Heimatlosigkeit und darum, Ordnung ins Chaos zu bringen.

●◎ mit Cihan Acar ◎●

14:30 – 15:00 Simultan Literarisierungsmaschine

Zwei Bildschirmhälften. Links: Isabelle schaut Videos, klickt auf Google Maps herum, liest Kommentare zu einem Zeitungsartikel. Rechts: Isabelle schreibt. Beschreibt was sie sieht, was sie fühlt, verwendet Gelesenes in anderem Kontext, lässt Wut über Nutzer*innen raus. Dabei bleibt ihre Aufmerksamkeit nicht auf dem Bildschirm. Vielleicht sitzt sie gerade im Café, oder mit einem Menschen in der Küche, hat sieben Katzen auf dem Schoß oder muss eigentlich noch dringend den Müll rausbringen. In dieser Simultan Literarisierungsmaschine kommt alles zusammen.

●◎ mit Isabelle Lehn ◎●

15:00 – 15:30 Mit einem Fuß draußen

Mit einem Fuß draußen weiß man* nicht, wo man steht! Es ist eine Ver-rückung geschehen: Der Fuß ragt aus dem See. Die Ente ist keine Hilfe, sie stört. Und Gerhard, der Protagonist, fährt nun einen Gang hoch, wechselt von Salbei auf Thymian-Tee, um sich der Sache anzunehmen. Mit einem Fuß draußen von Anaïs Meier ist ein sprachverdrehter Angler-Genuss und wird 2021 bei Voland&Quist erscheinen.

●◎ mit Anaïs Meier ◎●

15:30 – 16:00 Call me by my name

Kübra Gümüşay lädt dazu ein, mit ihr der Frage nachzugehen, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie zeigt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Eine Lesung aus dem Buch Sprache und Sein.

●◎ mit Kübra Gümüşay ◎●

16:00 – 16:30 Confession Room II

Im Confession Room treffen sich zwei Autor*innen einen Monat vor Beginn des Festivals und teilen unliterarische sowie literarische Geständnisse. In einer multimedialen Korrespondenz, die 30 Tage lang andauert, werden Verschwörungen gegen den Literaturbetrieb geplant, Texte gelesen, die bisher niemand zu Ohren bekommen hat und guilty pleasures offenbart bis der Beichtstuhl zerbricht.

●◎ Confession Room I mit Helene Bukowski und Isabelle Lehn ◎●
●◎ Confession Room II mit Karen Köhler und Florian Kessler ◎●
●◎ Confession Room III mit Corinna T. Sievers und Judith Keller ◎●

In Koop. mit ­ Magazine

16:00 – 16:30 Was bleibt.

CN/TW: Gewalt, Suizid, Rassismus, Sexismus. Für Julians Text im Speziellen: Gebrauch des N-Wortes, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung.

Was bleibt von den Worten, den Werken verstorbener schreibender Personen? Wie können Worte nachhallen, nicht vergessen werden? In diesem Panel wollen wir den Texten von Julian Amankwaa, Semra Ertan, Thien Tran und Aglaja Veteranyi Raum geben.

●◎ gelesen und präsentiert von Özlem Özgül Dündar, Jennifer Sabel und Alexandru Bulucz ◎●

Die Audiocollage zu Semra Ertan ist mit Beiträgen von Ibrahim Arslan, Saki Jacky Aslan, Fatma Aydemir, Amina Aziz, Cana Bilir-Meier, Zühal Bilir-Meier, Meryem Choukri, Diaspora Salon, Susan Djahangard, Özlem Özgül Dündar, Ebru Düzgün, Tamer Düzyol, Fatma Ercan, Semra Ertan, Ahmad Ghrewati, Ayşe Gülec, Initiative 6. April in Gedenken an Halit Yozgat, Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Taşköprü, Initiative Halskestraße für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân, Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, Abou Jabbi, Dastan Jasim, Betül Seyma Küpeli, Daniel M., Anwohner_innen Initiative Balduintreppe, Pajam Masoumi, Paulino Miguel, Saboura Naqshband, Dan Thy Nguyen, Sister Oloruntoyin, Ramazan Avcı Initiative, Ronya Othmann, Candan Özer, Esra Özmen, Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray, Marisa Schneegans. Schnitt und Zusammenstellung: Cana Bilir-Meier.

Freitag
Teil 1 - Semra Ertan
Teil 2 - Aglaja Veteranyi

Samstag
Teil 3 - Thien Tran
Teil 4 - Julian Amankwaa

16:30 – 17:15 Fifa Forever

Inhaltshinweis/Content Note: Diskussion u.a. um strukturellen Rassismus.

In den Stadien laufen Geisterspiele, und Cihan Acar und Tonio Schachinger schauen genau hin, jetzt und auch vorher schon, wenn angepfiffen wird. Während in Fanfarben FIFA gezockt wird geht es um Fragen der Identität, (migrantischen) Lokalpatriotismus und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sport, außerdem um die Romane Hawaii und Nicht wie ihr.

●◎ mit Cihan Acar + Tonio Schachinger ◎●

16:30 – 17:30 Dial D for Drama

Wo ist das Drama? Alle, die es so vermissen wie wir, dürfen Laura Naumanns Drama-Hotline anrufen. Dort gibt es eins-zu-eins-Theater auf die Ohren. Ob beruhigend oder aufwühlend, wird sich zeigen. Unterschiedliche Anrufer*innen bekommen unterschiedliches zu hören. Viel Glück, viel Vergnügen.

Wenn du neugierig bist auf das, was da dramatisches komme, wird dir gleich eine Handynummer angezeigt. Am anderen Ende der Leitung empfängt dich Laura – du wirst wissen, wann es anfängt und wann es vorbei ist.

●◎ mit Laura Naumann ◎●

17:00 – 17:30 Übersetzen durch die Zeit

Milena Adam und Tristan Marquardt übersetzen Sprachen aus Zukunft und Vergangenheit. Milena Adam kommt aus der dystopischen Welt von Ice Cream Star, wo niemand mehr Staatssprachen spricht. Tristan Marquardt bewegt sich irgendwo zwischen mittelalterlichem Minnegesang und Gegenwartslyrik. Jetzt treffen sie sich in der Mitte. Wahrscheinlich wird es um Galizismen gehen, um Übersetzer*innen, die keine Fremdsprachen können und um die schlechteste Celan-Umschreibung der Welt.

●◎ mit Tristan Marquardt + Milena Adam ◎●

17:15 – 17:45 Unterwasserwesen

Wir schauen tief ins Wasser. Und lassen uns sagen, was wir da sehen. Denn Carla Cerda ahnt es genauer als wir. Da bewegt sich etwas. Es spiegelt. Es lebt. Setzt Luftbläschen frei.

●◎ mit Carla Cerda ◎●

Pause

18:15 – 19:00 my music is lost, i bite my tongue

Was geschieht, wenn der Klang der eigenen Stimme versiegt, wenn das Unerhörte sich versucht in einer Sprache dingfest zu machen? In "my music is lost, i bite my tongue" begegnen sich zwei Stimmen aus unterschiedlichen Jahrtausenden auf einer Insel im Mittelmeer, die schon längst umzingelt ist vom Rand der Welt. Es begegnen sich Sappho und Zahra und sie stimmen an, zu einem Abgesang.

●◎ mit Ralph Tharayil und Tanasgol Sabbagh ◎●

18:15 – 18:45 Jenseits der Authentizität

Welche Dimension und Doppelrolle hat authentische Kunst insbesondere, wenn sie mit einem Diskriminierungs-kritischen Anspruch verknüpft ist? Was bedeutet es, wenn Körper und Geschichten nicht nur für sich bestehen dürfen, sondern auch immer repräsentieren müssen?

●◎ mit Max Czollek ◎●

19:00 – 19:30 Konstellation: kollektiv

Tatjana von der Beek recherchiert in ihrem Schreiben zu Astrologie. Welchen Einfluss die Konstellation von Sternen auf Schreibprojekte und die Konstellation von Gruppen haben kann, wollen wir mit ihr in einem Gespräch herausfinden. Welche Anforderungen stellen wir an Kollektive und kollektives Arbeiten, welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit ein Projekt funktionieren kann? Wie ist das eigene Schreiben der Autorin davon beeinflusst und werden wir endlich die Frage klären können, warum wir immer so lange brauchen, um Entscheidungen zu treffen?

●◎ mit Tatjana von der Beek ◎●

19:30 – 20:00 Wem gehört die Zukunft?

Armin Djamali spricht mit den Jünglingen in einem Videointerview über die Arbeit im Kollektiv und die Entstehung des Drehbuches des queeren, postmigrantischen Coming of Age Debüts Futur Drei. Wir werden uns Gedanken über die iranische Diaspora in Deutschland machen, über migrantische Männlichkeitsbilder und vor allem intergenerationale Perspektiven auf Migration einnehmen. Wieso zerreißen und verbinden uns die Erinnerungen von Familienmitgliedern zugleich? Ausschnitte aus dem Film erlauben es außerdem uns nach Hildesheim zu träumen, wo der Film im Sommer 2018 von einem studentischen Team gedreht wurde und wo das PROSANOVA normalerweise stattfindet.

●◎ Faraz Shariat, Paulina Lorenz, Raquel Molt im Gespräch mit Armin Djamali ◎●

20:00 – 20:30 In den Fugen sitzt der Tod

Ronya Othmanns Debüt DIE SOMMER wird im Sommer bei Hanser Berlin erscheinen. Für uns liest sie Lyrik, gegen das Fell gebürstet, rau, der Sprache abgelauscht. Mit dem Körper und der Stimme gepflanzt, geglättet im Herbarium. Nie einfach gemacht.

●◎ mit Ronya Othmann ◎●

19:30 – 20:15 Lyrik im Konjunktiv, Schürfen im Seifenschaum

Eigentlich hätten Rosa Engelhardt, Jan Seibert und Kim de l'Horizon, die Gewinner*innen des deutsch-schweizerischen Lyrikwettbewerbs Textstreich, beim Literaare-Festival in Thun auf der Bühne stehen sollen und jetzt bei uns in Hildesheim. COVID-19 zum Trotz lesen sie heute für PROSANOVA mehr als ihre prämierten Texte. Und sie werden es GEMEINSAM tun!

●◎ mit Rosa Engelhardt, Jan Seibert und Kim de l'Horizon ◎●

Pause

21:00 – 21:30 Hafenlesung

Die Hafenlesung ist eine internationale, mehrsprachige Lesereihe aus Hamburg, die sowohl unterschiedliche Textsorten zusammenbringt als auch bereits etablierte Stimmen mit neu zu entdeckenden mischt. Mit dabei sind diesmal die Autor*innen Ariane von Graffenried und Ghayath Almadhoun und ihre Gesprächspartnerinnen* Lubi Barre und Nefeli Kavouras.

●◎ mit Ariane von Graffenried, Ghayath Almadhoun, Lubi Barre, Nefeli Kavouras ◎●

21:30 – 22:10 Die Entwicklung der Knoten

Am Abend setzen wir uns in einen dunklen Raum und hören ein Konzert. Sound und Poesie hallen von den Wänden wieder, kommen aus dem Inneren der Erde und vom Entwickler der Knoten, Tunnelbauer Niklas L. Niskate. Text wird live in Stimmen aufgeteilt und Sprache in Klang und schließlich in musikalische Komposition verwandelt. Zuhörer*innen können in der Regel den gesamten Prozess des Kompositionsaufbaus von der absoluten Stille über die ersten Vokale bis zum arrangierten Song live mitverfolgen. Gelooped, verdichtet, gespinstet: Lyrik live from the Rabbit hole.

●◎ mit Niklas L. Niskate ◎●

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Fachbereich 2 der Stiftung Universität Hildesheim

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